„Wer deutsche Spieler fördern will, muss sie spielen lassen“, so die Aussage von Martin Hornberger, Vorstandsvorsitzender der AG 2. Basketball-Bundesliga. Seit dieser Saison ist in der 2. Basketball-Bundesliga der Einsatz deutscher Spieler auf dem Feld Pflicht. In der ProA muss jederzeit ein, in der ProB müssen jederzeit zwei Spieler mit deutschem Pass auf dem Spielfeld im Einsatz sein. Diese Regelung hat sich nach Hornbergers Meinung absolut bewährt: „Wir garantieren deutsche Spielminuten und schaffen somit eine Perspektive für Nachwuchsspieler. Das gehört unserer Auffassung nach zu den Aufgaben der Bundesligen.
Im Durchschnitt stehen in der ProA sogar jederzeit zwei und in der ProB drei Deutsche pro Team durchgehend auf dem Feld. Das zeigt, dass unsere Bundesligisten ihre Verantwortung für die Zukunft des deutschen Basketballs ernst nehmen.“
Mit gemischten Gefühlen sieht Hornberger die Bestrebungen, in der 1. Bundesliga eine höhere Quote deutscher Spieler auf dem Spielberichtsbogen vorzuschreiben. „Ein Spieler wird nicht besser davon, dass er quer durch Deutschland reist und sich aufwärmt, um dann nur auf einem Spielberichtsbogen zu stehen. Im Gegenteil: Durch solche Regelungen verhindert, man, dass die Talente in niedrigeren Spielklassen wichtige Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln können.“
Aktuell ist auch in der ProA vorgeschrieben, dass mindestens sechs deutsche Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. Wenn es nach Hornberger und seinen Kollegen aus dem Vorstand der AG 2. Bundesliga geht, soll sich das allerdings schon bald ändern. „Wir werden unseren Bundesligisten eine Quotenerhöhung auf zwei (ProA) bzw. drei deutsche Spieler (ProB) oder alternativ die Beschränkung der aktuellen Mindestquote auf eine bestimmte Altersgruppe vorschlagen. Gleichzeitig kann dann auf die Mindestanzahl deutscher Spieler auf dem Spielberichtsbogen verzichtet werden.“
Anhang: "Deutschland-Auswertung 2008/2009"
Die nachfolgende Auswertung untersucht den Stellenwert deutscher Spieler in der 2. Basketball-Bundesliga in der laufenden Saison 2008/2009. Dies geschieht anhand drei verschiedener Kriterien:
1. Eingesetzte Spieler
Hierbei werden alle Spieler berücksichtigt, die tatsächlich in einem Spiel eingesetzt worden sind (Spielzeit > 0 Sekunden).
Unberücksichtigt bleiben also Spieler, die eine Spielerlizenz besitzen, jedoch lediglich auf der Bank gesessen haben, um z.B. die Quote auf dem Spielberichtsbogen (in der ProA mindestens sechs Deutsche pro Spiel vorgeschrieben) zu erfüllen.
2. Spielanteile
Diese Rubrik weist das Verhältnis von tatsächlich gespielten Minuten aus.
Seit Beginn dieser Saison ist es vorgeschrieben, während des gesamten Spieles in der ProA mindestens einen deutschen Spieler und in der ProB mindestens zwei deutsche Spieler auf dem Spielfeld einzusetzen.
3. Effizienz
Diese Rubrik orientiert sich an dem auf Basis zahlreicher statistischer Werte gebildeten Effizienzwert (Formel:
((PTS + REB + AST + STL + BLK) - ((FGA - FGM) + (FTA - FTM) + TO)) / G) und sagt aus, wie produktiv ein Spieler während seines Einsatzes auf dem Feld ist.
Interessant ist dieser Wert, um nicht nur den quantitativen (Einsatz, Spielzeit), sondern auch den qualitativen Anteil deutscher Spieler am Spielbetrieb der 2. Basketball-Bundesliga zu ermitteln.
ProA 2008/2009 (Stand 23. Spieltag)
ProB 2008/2009 (Stand 23. Spieltag)
ProA - Entwicklungen im Vergleich zur Vorsaison 2007/2008
ProB - Entwicklungen im Vergleich zur Vorsaison 2007/2008
Ergebnisse
ProA
58% aller in der ProA eingesetzten Spieler besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Diese deutschen Spieler erhalten 40% der Gesamtspielzeit und haben an der „Gesamteffizienz“ einen Anteil von 32%.
Auf die gesamte Spielgruppe bezogen stehen in der ProA schon jetzt jederzeit zwei deutsche Spieler pro Mannschaft auf dem Feld!
Im Vergleich zur Vorsaison haben die deutschen ProA-Spieler in allen beobachteten Kategorien einen höheren Anteil, das heißt es werden nicht nur mehr deutsche Spieler eingesetzt, sondern sie bekommen auch mehr Einsatzzeit und nutzen diese (Effizienzanteil 32%, 07/08 28%).
ProB
72% aller in der ProB eingesetzten Spieler besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Diese deutschen Spieler erhalten 65% der Gesamtspielzeit und haben an der „Gesamteffizienz“ einen Anteil von 68%.
Auf die gesamte Spielgruppe bezogen stehen in der ProB schon jetzt jederzeit drei deutsche Spieler pro Mannschaft auf dem Feld!
Im Vergleich zur Vorsaison haben die deutschen ProB-Spieler in allen beobachteten Kategorien einen höheren Anteil, das heißt es werden nicht nur mehr deutsche Spieler eingesetzt, sondern sie bekommen auch mehr Einsatzzeit und nutzen diese (Effizienzanteil 67,6%, 07/08 57%).
Besonders bemerkenswert: Bei einem Spielzeitanteil von 64,7% haben deutsche Spieler an der Gesamteffizienz einen Anteil von 67,6% - in der ProB sind deutsche Spieler effektiver als ausländische Spieler!
Quelle:
Medien-Information der AG 2. Basketball-Bundesliga
http://www.diejungeliga.de
erstellt am 25.03.2009