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ProA: Geht den beiden Spitzenteams die Luft aus?

Bereits zum jeweils zweiten Mal in Folge mussten sich Tabellenführer BBC Bayreuth und Hauptverfolger Cuxhaven BasCats am zurückliegenden Wochenende geschlagen geben. Bayreuth „schwächelt“ im Titelrennen der ProA. Bei Liganeuling UBC Tigers Hannover setzte es für die Mannen von Headcoach Andreas Wagner mit 91:76 (38:40) die dritte Niederlage innerhalb der zurückliegenden fünf Spiele. Bis zur Halbzeitpause konnte sich kein Team vorentscheidend absetzen und der Tabellenführer ging mit einer knappen Zweipunkte-Führung in die Kabine.


Den Start in die zweite Spielhälfte verschliefen die Bayreuther dann jedoch völlig und so konnten sich die nun phasenweise wie entfesselt aufspielenden Niedersachsen um Topscorer Emmanuel Holloway (30/4) und den gut aufgelegten Centerroutinier David Arigbabu (14/1) bis auf 70:60 (30.) absetzen. Wer nun energische Gegenwehr des Tabellenführers erwartet hatte, sollte sich getäuscht sehen. Vielmehr waren es weiterhin die Niedersachsen, die die Partie bestimmten und ihre Führung weiter ausbauen konnten. Als BBC-Kapitän und Topscorer Jaivon Harris (16) in der 38. Minute mit seinem fünften Foul vom Parkett musste und Jacques Jones für Hannover zum 84:69-Zwischenstand traf, war das Schicksal der BBC-Korbjäger spätestens besiegelt. Andreas Wagner haderte sichtlich unzufrieden nach der höchsten Saisonniederlage, dass es sein Team erneut nicht geschafft habe, das Trainierte in die Tat umzusetzen.

Mit einer starken Mannschaftsleistung und einer überzeugenden Trefferquote von der Dreierlinie (13/24) feierten die Kirchheim Knights am einen verdienten 93:84 (43:42) Erfolg gegen die Cuxhaven BasCats. Bei den Schwaben, die überraschend doch auf Kapitän Radi Tomasevic zurückgreifen konnten, dafür aber auf die drei Doppellizenzspieler Phillipp Heyden, Ziyed Chennoufi und Tim Koch verzichten mussten, zeichneten sich Cedric Brooks (25) und Gordon Scott (21) als Topscorer aus. BasCats-Center Sascha Kesselring sicherte sich an seiner ehemaligen Wirkungsstätte mit 22 Punkten und 10 Rebounds ein Double-Double.

Stark ersatzgeschwächst erlitt die Freiburger Rumpftruppe von USC-Cheftrainer Markus Zilch eine 163:44 (70:25)-Niederlage bei der BG Karlsruhe. Die von einer Grippewelle gebeutelten Freiburger (Zazai 26) hatten die Partie mit fünf Akteuren begonnen, jedoch kurz nach Spielbeginn bereits zwei (Grübler, Haag) davon ersatzlos vom Feld genommen und bis zum bitteren Ende mit den drei verbleibenden Akteuren gespielt.

Die Luft im Abstiegskampf wird für die Giants Nördlingen immer dünner. Gegen den USC Heidelberg musste sich der Ex-Erstligist vor eigenem Anhang mit 95:88 (41:43) geschlagen geben. Vor rund 1.000 Zuschauern drückten zwei Spieler der Partie ihren Stempel auf: Marc Dawson sammelte für die Giants 27 Punkte und „schrammte“ mit 18 Rebounds nur knapp am bisherigen Ligarekord des Langeners Alonzo Hird (19) vorbei, Heidelbergs Lyndale Burleson war kaum zu stoppen und erzielte 42 (!) Punkte.

Chemnitz` Stan Bufford (20) war der tragische Held bei der 74:72 (29:33; 59:59) Heimniederlage der Niners (Bufford 20) gegen den FC Bayern München. Erst rettete Bufford die Niners in die Verlängerung, dann brachte der Flügelspieler die Sachsen 24 Sekunden vor Ablauf der Overtime mit 72:69 in Führung. Bayern-Topscorer Kenny Barker (33) konnte jedoch mit einem verwegenen Dreier postwendend egalisieren. Bufford wollte den Spieß noch einmal drehen, vertändelte jedoch den Ball und Barker traf per Korbleger. „Eigentlich wollten wir vor Münchens Dreier foulen, aber irgendwie ging das schief, dann mein Ballverlust und das Spiel war vorbei“, rang Bufford sichtlich geschockt nach Worten.

Mit einem 102:84 (50:40)-Erfolg stoppten die Crailsheim Merlins (Bynum 22) die kleine Erfolgsserie des zuvor zweimal siegreichen Schlusslichts TV Langen (Arts 23). „Bis zur Verletzung von Kyle Jeffers waren wir drauf und dran, das Spiel zu kippen. Wir müssen jetzt darauf hoffen, dass Kyle nicht länger ausfällt, dann ist mir vor den beiden richtungsweisenden Spielen gegen Chemnitz und in Freiburg überhaupt nicht bange“, kommentierte TVL-Manager Jogi Barth die vielleicht Spiel entscheidende Szene, als Kyle Jeffers just in einer Aufholjagd der Hessen gegen Ende des dritten Viertels nach einem Schlag auf den Hals verletzt ausscheiden musste.

Trotz einer furiosen Aufholjagd im Schlussabschnitt, in dem die Korbjäger von Science City Jena (Fassler 22) einen 67:52-Rückstand (30.) in eine 73:71-Führung drehen konnten, mussten sich die Thüringer am Ende den ETB Wohnbau Baskets Essen (Howell 23) mit 80:78 (40:30) im Endspurt geschlagen geben.

Erst am kommenden Donnerstag (18. März) muss das „Team der Stunde“ auf das Parkett: Die zuletzt fünfmal in Folge siegreichen Saar-Pfalz Braves, die am nächsten Sonntag in Bayreuth gastieren, empfangen dann die Giro-Live Ballers Osnabrück.

Spieler des Tages: Marc Dawson (Nördlingen) und Lyndale Burleson (Heidelberg)

Gleich zwei Spieler, die sich in einem rasanten Duell mit 17 Führungswechseln gegenüber standen, wussten am zurückliegenden 24. Spieltag durch herausragende Einzelleistungen auf sich aufmerksam zu machen.

Bei Nördlingens US-Neuzugang Marc Dawson (zuletzt Basket Levice/SLK), der im Saisonendspurt seinen verletzten Landsmann Rob Ferguson im Front-Court ersetzt und sich 27 Punkte sowie 18 Rebounds (!) sichern konnte, wird die Freude angesichts der erneuten Niederlage seines in akuter Abstiegsgefahr schwebenden Teams nicht allzu groß gewesen sein.

Ganz anders bei Lyndale Burleson – der kleine Bruder von Ex-NBA-Spieler Kevin Burleson drehte im Ries mächtig auf und hatte mit 42 Punkten (!) großen Anteil am Heidelberger Auswärtserfolg.

(Junge Liga / FK)
 
http://www.diejungeliga.de
erstellt am 15.03.2010




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