Er ist nicht nur der mit 2,08m größte und auch dienstälteste Spieler im BSV-Team, der Kapitän der Wulfener Mannschaft war von Beginn an eine tragende Säule im Konzept seines Coaches Philipp Kappenstein. Der Wandel im Wulfener Herren-Basketball ist an Philipp Lensing direkt abzulesen. Eigentlich wollte er längst kürzer treten, doch jetzt startet der 30-jährige nicht nur weiter durch, sondern auch noch in der 2. Bundesliga, ProB-Nord.
Hat seine Entscheidung "Pro Wulfen" nie bereut: Phil Lensing
Philipp, immer mal wieder hast Du mit dem Gedanken gespielt, die Weichen von Amateur-Basketball auf Hobby-Basketball zu stellen. Nun findest Du Dich als Kapitän des ProB-Teams wieder. Hättest Du Dir das vor 2 - 3 Jahren träumen lassen?
Philipp: "Stimmt, nach der durchwachsenen Saison 2007/ 2008 hatte ich mich entschieden, dass ich kürzer treten möchte. Ich hatte bereits mit einem Wechsel zum RC Borken geliebäugelt, auch weil ich dann wieder mit Robert Stearns hätte zusammen spielen können. Doch dann wurde Kappes Trainer. Er hat meine Entscheidung in langen Telefonaten mit seinem Konzept gedreht und meinen Ehrgeiz wieder angefacht. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir aber den Aufstieg in die 2. BBL nicht erträumen lassen. Es ist schon erstaunlich, was sich in den letzten 2 – 3 Jahren beim BSV entwickelt hat und damit meine ich nicht nur die 1. Herrenmannschaft. Die Entscheidung für den BSV Wulfen, habe ich den letzten 2 Jahren nicht einmal bereut."
Die Pro B ist ungewohntes Parkett für Euch. Was glaubst Du, welche Rolle Ihr dort spielen könnt?
Philipp: "Ich muss gestehen, dass ich das Niveau in der neuen 2. BBL ProB Nord bisher kaum einschätzen kann. In der 1. Regionalliga kannte ich nach nun ca. 9 – 10 Jahren fast jedes Gesicht, die 2. BBL ist jedoch völliges Neuland. Ich verfolge über das Internet die Spielerverpflichtungen. Die mir bekannten Vereine Herten und Schwelm haben sich schon gut verstärkt. Doch die Namen der Verpflichtungen in den Nicht-NRW-Teams sagen mir kaum etwas. Das Spiel wird sicherlich wesentlich schneller und körperlicher werden. Außerdem werden die Teams eine tiefere Bank, als in der 1. Regionalliga haben. Welche Rolle wir spielen werden, wird sich in den ersten 6 – 7 Spieltagen zeigen, doch ich glaube fest daran, dass wir die Play-Offs erreichen werden."
Der BSV ist als Regionalliga-Dino und nach nun 22 Jahren fast durchgänger Erst-Regionalliga-Zugehörigkeit aufgestiegen, sicherlich verfolgt Ihr aber weiterhin die Entwicklung in der 1. Regio West. Dort wurde ja nun die Ausländer-Begrenzung gekippt. Ist das ein Vorgang, der dieser Liga eher gut tut, oder doch eher schadet?
Philipp: "Ob die wegfallende Ausländer-Begrenzung der Liga nun gut tut, kann man nur sehr schwer beurteilen und bewerten, doch für die deutsche Jugendarbeit ist es ein herber Rückschlag. Durch die immer noch sehr weichen Ausländer-Begrenzungen in der 1. BBL und 2. BBL Pro A, ist dort kaum Platz für junge deutsche Spieler. Für talentierte Nachwuchsspieler, die zwangsläufig regelmäßige Einsätze auf hohem Niveau brauchen und Ihre Erfahrungen bisher in der 1. Regionalliga sammeln konnten, um zu gestandenen Spielern zu reifen, ist der Platz somit noch begrenzter. Ich finde es schade, dass juristische Schlupflöcher genutzt werden, damit sich einige Vereine mit ausländischen Spielern eindecken können, um kurzzeitig Erfolg zu haben. Wozu das führen kann, hat man vor einigen Jahren in Krefeld gesehen. Und das hat sicherlich keiner der betroffenen Ligen gut getan."
Ihr werdet Mitte August die Vorbereitung auf die neue Saison aufnehmen. Wie verbringst Du die Sommerpause und spielt dabei auch Basketball eine Rolle?
Philipp: "In der Sommerpause verbringe ich die Basketball-freie Zeit mit meiner Freundin, Freunden und Hobbies, die während der Saison zu kurz kommen. Bis zum 16. August haben wir kein Training. Kappes hat uns jedoch einen Fitness-Plan aufgestellt. Nach diesem arbeite ich an meiner Ausdauer und Athletik, damit ich für die Vorbereitung fit bin. Einen Basketball nehme ich in dieser Zeit für gewöhnlich nicht in die Hand."
(Quelle: BSV Wulfen)
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erstellt am 29.07.2010